Informationsabend mit Herrn Unmüßig und den Mieter*innen des EKZ am 31.1.17

Informationsabend für die Mieterinnen und Mieter des EKZ am 31.1.2017 um 19:00 Uhr im HdB

Nachdem die letzten Hürden zum Erwerb des Einkaufszentrums, und insbesondere des für den Neubau vorgesehenen ausgedehnteren Grundstücks durch die Fa. Unmüßig, offenbar überwunden sind, war es an der Zeit, die Mieterinnen und Mieter des Einkaufszentrums über die derzeitige Situation zu informieren, da ihre Existenz und die Ihrer Familien sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Fortführung ihrer Praxen bzw. Geschäfte abhängt.

Herr Stadtrat Professor Dr. Schuchmann, früher Kinderarzt im Einkaufszentrum, hat dankenswerterweise eine Diskussionsrunde mit dem Investor, Herrn Unmüßig und Herrn Schöller, dem Projektleiter für das neue EKZ, organisiert. Hauptanliegen des Treffens war es, „klare Informationen für die Mieterinnen und Mieter des EKZ über ihre zwischenzeitliche Unterbringung und zudem zur verlässlichen Versorgung der Landwasser-Bevölkerung während der Abriss- und Neubauphase des EKZ zu erhalten“.

Der Bürgerverein, der sich diesem Anliegen voll anschließt, dankt Herrn Prof. Dr. Schuchmann für diese Initiative und dem HdB für die Bereitstellung der Räumlichkeit. Anzuerkennen ist, dass Herr Unmüßig persönlich einen Überblick zur gegenwärtigen Situation gab und für alle Fragen zur Verfügung stand:

Bekanntlich sollen im unteren Bereich des neuen Gebäudes Geschäfte (Vollsortimenter, Discounter, Fachgeschäfte) und in den oberen Geschossen Wohnungen entstehen. In einem besonderen Bereich sind Apotheke und medizinische Praxen vorgesehen. Von der Auwaldstraße bis zum Platz der Begegnung wird eine Gasse durch den Gebäudekomplex geführt.

Für die endgültige Konzeption wird ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben, und Herr Unmüßig hofft auf eine ansprechende, zukunftsorientierte Konzeption. Er rechnet für 2020 mit dem Baubeginn und zwei Jahre später mit der Fertigstellung.

Teil der Verträge zwischen Stadt und Investor ist die Aufrechterhaltung der Nahversorgung Landwassers. In seinen Ausführungen bezog sich Herr Unmüßig leider nur auf gesundheitliche Belange und Lebensmittel. Er geht davon aus, dass Ärzte, Physiotherapeuten und andere vorübergehend in Wohnungen praktizieren können. Eine sogenannte „Zweckentfremdung“ dürfte für diesen kurzen Zeitraum und durch die Umstände bedingt, kein Problem darstellen. – Für den Lebensmittelbedarf „müsste die Stadt Freiburg Gelände zur Verfügung stellen“, damit der Investor dort Zelte o. dgl. errichten kann. – Bei der Veranstaltung wurde auch der Erhalt der Poststelle gefordert, und die Fortführung der Sparkassenfiliale in Landwasser sollte eine Selbstverständlichkeit sein!

Ob Gebäude und Freifläche der Fa. Kannenberg gemietet oder erworben werden können, muss noch verhandelt werden.

Die Fa. Unmüßig hat ab 1.1.2017 die Hausverwaltung des EKZ von der TAG übernommen und zieht seither bereits die Mieten ein. – Die Verträge der Mieterinnen und Mieter wurden ebenfalls übernommen. Hier gibt es verständlicherweise die unterschiedlichsten Situationen, die lt. Herrn Unmüßig, strikt unter rechtlichen und ökonomischen Gesichtspunkten zu behandeln sind:

Abgelaufene oder bis zum Baubeginn ablaufende Verträge könnten erneuert oder verlängert werden. Über längerfristige Verträge muss verhandelt werden; die Fa. Unmüßig wird kurzfristig mit allen Mieterinnen und Mietern darüber sprechen (zuständig ist Herr Schöller). – Für den Neubau sollen zu gegebener Zeit neue Verträge zu Marktpreisen, wahrscheinlich für eine Laufzeit von 10 Jahren, ausgehandelt werden. Umzugsbeihilfen sind nach Ansicht von Herrn Unmüßig von der Stadt nicht zu erwarten, aber bei noch länger laufenden aktuellen Verträgen sieht der Investor evtl. Möglichkeiten.

Es bleibt zu hoffen, dass die Mehrzahl der derzeitigen Inhaber von Praxen und Geschäften Landwasser bis zum Baubeginn die Treue halten können und auch während der Bauzeit Möglichkeiten zum Durchhalten finden, um anschließend schönere Räumlichkeiten im neuen EKZ beziehen zu können.

Die zu bauenden Wohnungen waren an diesem Abend kein Thema, doch wurden noch kurz die Parkplätze angesprochen. Entsprechend den vorgesehenen ca. 300 Wohnungen werden ebenso viele Stellplätze in der künftigen Tiefgarage, die wegen des hohen Grundwasserspiegels nur auf einer Ebene gebaut werden kann, angelegt. Für diese könnten für bestimmte Zeiträume Parkplaketten erworben werden, so dass auch mit genügend Parkplätzen für Kunden gerechnet werden kann.

Über die Zukunft des neuen Gebäudekomplexes nach Fertigstellung bestätigte Herr Unmüßig die Annahme aus dem Teilnehmerkreis, dass das gesamte Projekt vom Investor weiterverkauft wird; vorzugsweise an eine Pensions- oder Versorgungskasse für Ärzte, Rechtsanwälte o. dgl. Diese verwenden ihre Gebäude üblicherweise nicht als Spekulationsobjekte, sondern als Einnahmequelle für ihre Zahlungsverpflichtungen. Einen Verkauf als Teileigentum, z. B. als Eigentumswohnung, schloss Herr Unmüßig aus, und er erwartet dies auch nicht von dem späteren Käufer.

Wenn der Architekten-Wettbewerb hoffentlich zum Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein wird, sollte eine Bürgerinformationsveranstaltung für alle Bewohnerinnen und Bewohner Landwassers stattfinden. – Eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Gesamtkomplex beschäftigen wird und noch vor der Ausschreibung Vorschläge bzw. Forderungen der Bevölkerung erarbeiten und an die Stadt bzw. den Investor weiterleiten wird, ist in Vorbereitung.

Dieter Dormeier für den Bürgerverein Landwasser

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