Lärmschutz für die neue Güterbahntrasse

IGEL informiert

Bahn reduziert zugesagte Schallschutzmaßnahmen

IGEL“ steht für „Interessengemeinschaft gegen Lärm und Umweltbelastungen“ und setzt sich seit 13 Jahren für einen wirkungsvollen Lärmschutz am geplanten 3. und 4. Gleis der neuen Güterbahntrasse ein. IGEL hat, zusammen mit anderen Bürgerinitiativen, viel erreicht. Die Zusagen von Bund, Land und Bahn könnten uns eigentlich gelassen dem bevorstehenden Planfeststellungsverfahren entgegenschauen lassen, denn der im März 2012 vom Projektbeirat beschlossene Schallschutz, z. T. mit Galerien, für den gesamten Bereich der Kernforderung 3, also einschließlich der Umfahrung Freiburgs an der Autobahn A 5, die Hochdorf, Landwasser und Lehen, einschließt, hätte uns ruhig schlafen lassen.

Inzwischen zogen die vereinbarten Schallschutzmaßnahmen sog. „Optimierungen“ der Trasse nach sich, die aber in erster Linie zu Kostenreduzierungen führen sollten. Dabei wurden frühere, angebliche Schätzungen der zu erwartenden Lärmemissionen der Güterzüge durch neue Berechnungsmethoden ersetzt, obwohl der rechnerisch ermittelte Güterzuglärm auch nach diesen Berechnungen in etwa gleich bleibt. Die sog. Optimierungen waren demnach nichts anderes als Kostenreduktion und Vermeidung von Galerien. Dabei wurden die 2012 vereinbarten verbesserten Schallschutzmaßnahmen, die mit 84 Mio. EURO kalkuliert wurden, jeweils zur Hälfte von Land und Bund zugesagt; sie sind also gar nicht von der Bahn zu tragen! – Trotzdem plant die Bahn nach unseren Informationen, statt mit diesen genehmigten 84 Mio. EURO nur noch mit ca. 60 Mio. EURO.

Real betrachtet führen die beabsichtigten finanziellen Kürzungen der Bahn zu einer Verminderung der notwendigen Schallschutzmaßnahmen, so dass u. M. n. zwar die gesetzlich vorgeschriebenen maximalen Lärmpegel von 49 bzw. 59 dB (A) nachts bzw. tagsüber möglicherweise rechnerisch eingehalten werden können, aber der tatsächlich am Ohr ankommende Lärm überschritten wird. – Dies wird insbesondere die höher gelegenen Stockwerke der Hochhäuser massiv treffen.

Z. Zt. werden die Pläne für den Planfeststellungsabschnitt 8.1 (Riegel bis March bzw.Tunisee) „offengelegt“. Im Sommer ist mit der Offenlage von PfA 8.2, also einschließlich Hochdorf, Landwasser, Lehen, Rieselfeld und weiter bis Mengen zu rechnen, und wir werden erfahren, welche Auswirkungen durch die sog. Optimierungen für uns entstehen.

Wenn aber die bisher geplanten Galerien, z. B. auf der Höhe von Landwasser durch niedrigere Schallschutzwände ersetzt werden sollten, wird der Güterzuglärm hier unerträglich, insbesondere bei den Bewohnern der Hochhäuser in der Auwald- und Wirthstraße. – Nur Galerien können hier einen optimalen Schutz bieten!

Einsparungen durch Verringerung des Schallschutzes sind für die BI IGEL und den Bürgerverein Landwasser nicht akzeptabel. Die Güterbahn-Umfahrung Freiburgs muss, wie vom Projektbeirat beschlossen, menschenverträglich gebaut werden. – Über die Möglichkeit erneuter Einwendungen werden wir Sie zu gegebener Zeit informieren.

Dieter Dormeier

IGEL-Beirat und 1. stv. Vorsitzender des Bürgervereins Freiburg-Landwasser e. V.

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