Schallschutz für die Breisgau-S-Bahn

Der Bürgerverein informiert:

Schallschutz für die Breisgau-S-Bahn; denn Lärm macht krank!

Sicher haben Sie die Medienberichte über die Elektrifizierung der Breisgau-S-Bahn verfolgt. Die Pläne der DB Netz AG lagen bis 22.12. zur Einsicht offen, mit der Möglichkeit, Einwendungen zu den verschiedenen Aspekten zu erheben. – Dies wurde von den Bürgern und insbesondere von der Stadt Freiburg genutzt, die viele Forderungen für den Erörterungstermin eingebracht hat.

Die Elektrifizierung ist aus unserer Sicht grundsätzlich zu begrüßen, ebenso die Planung von Maßnahmen wie

– barrierefreier Ausbau aller Stationen

– Anpassung der Bahnsteige in Höhe und Länge

– Verlegung des Bahnsteigs an der Station „Landwasser“ in Richtung Stadtbahn- Haltestelle Moosweiher zum einfacheren Umsteigen.

Außerdem begrüßen wir Schallschutzmaßnahmen zum Schutz der Anwohner gegen den Bahnlärm, der durch kürzere Takte und höhere Geschwindigkeiten der Züge (bis 120 statt bisher 80 km/h) zu erwarten ist.

Aber: Wir können dem Bau von Schallschutzwänden an der Station Landwasser in der vorgesehenen Form nicht zustimmen:

1. lehnen wir die üblichen undurchsichtigen Schallschutzwände hier ab, da wartende Fahrgäste dadurch von der Umwelt weitgehend abgeschirmt werden, was dem Sicherheitsbedürfnis der meisten Menschen widerspricht. – Wir unterstützen daher die Forderungen der Stadt bezüglich der Einsehbarkeit der Bahnsteige.

2. halten wir die Wirksamkeit der vorgesehenen Schallschutzmaßnahmen in der Wirthstraße mit nur 3 m hohen Schallschutzwänden für absolut ungenügend, da nach den schalltechnischen Untersuchungen damit nur die unteren 4 Stockwerke einen aktiven Schallschutz erhalten. – Bekanntlich gibt es in der Wirthstraße 11 Wohnhäuser mit bis zu 18 Geschossen, die nach der städtischen Stellungnahme ab dem 5. Obergeschoss nur Anspruch auf sog. passiven Schallschutz haben.

Was bedeutet aber „passiver“ Schallschutz? – Das sind schallhemmende Fenster, aber natürlich nur, wenn sie geschlossen sind – eine Lüftung erfolgt über Sonderschächte.

Bei der Bürgerinitiative IGEL wird das „Käfighaltung“ für Menschen genannt und bei der Planung der Güterbahntrasse für das 3. und 4. Gleis abgelehnt.

Wenn man bei halbstündigem S-Bahn-Takt in beiden Richtungen praktisch keine Fenster mehr öffnen und im Sommer nicht mehr auf dem Balkon sitzen kann, weil man in regelmäßigen Abständen von durchfahrenden oder ankommenden, abbremsenden und wieder anfahrenden Zügen belästigt wird, dann ist man in der Wohnung praktisch eingesperrt; also wie die Hühner im „Käfig“!

Die Bürgerinitiativen bzw. der Projektbeirat haben für die Güterbahntrasse an kritischen Stellen sog. „Galerien“ durchgesetzt. Das sind Schallschutzwände mit rechtwinkligen Halbdächern.

Bei senkrechten Schallschutzwänden wird der Schall im Bogen über die Schallschutzwände auf die höheren Geschosse geleitet; bei Galerien wird er in die Gegenrichtung, hier also in den Wald, gelenkt.

Der Bürgerverein Landwasser hat daher die Stadt Freiburg gebeten, diese Galerien (einseitig) auch bei der S-Bahn entlang der Wohnbebauung in der Wirthstraße zu fordern; denn bei der Festlegung der Höhe der Schallschutzwände sowie deren baulicher Ausführung und Gestaltung hat sich die Stadt eigene Vorstellungen vorbehalten.

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