Waldführung zur Fällung der Eschenbäume

Die Eschenbäume im Mooswald werden gefällt – warum?

Viele Bürger*innen sind entsetzt: Viele Bäume sind im Mooswald um Landwasser herum gefällt worden. Auf Wunsch vom Bürgerverein Landwasser war unser Revierförster Krämer bereit, die Gründe zu erläutern.

Seit Jahren gibt es ein Eschentriebsterben. Aus Ostasien hat sich ein Pilz in ganz Europa breit gemacht. Im Sommer wirft dieser Pilz Unmengen von Sporen aus, die vom Wind verweht werden und nur die Eschen befallen. Den ganzen Baum? Nein, die Triebe und Blätter. Und wenn ein Baum keine Blätter mehr hat, dann können auch die Wurzeln ihre Aufgabe nicht mehr wahrnehmen, es bildet sich eine Nekrose, die den Fluss in der Rinde unterbricht, und der ganze Baum stirbt. Förster Krämer hat uns den Blick geschärft, so dass wir mit etwas Übung diesen Prozess bei noch vorhandenen Eschen in der Natur verfolgen können.

Da es kein Heilmittel gibt und die Esche dabei ihre Standfestigkeit verliert, muss die sterbenskranke Esche, bevor sie unkontrolliert umfällt, kontrolliert gefällt werden.

Diese Fällaktionen fallen auf, weil zur Sicherung der Waldwege, der Menschen auf diesen Wegen, insbesondere die Eschen gefällt werden, die sich am Wegesrand befinden. Eschen, die sich mitten im unzugänglichen Wald befinden, werden nicht gefällt, versicherte Förster Krämer. Da können sie ihre Funktion als Totholz noch erfüllen.

Pilze bilden, wie allgemein bekannt, Millionen von Sporen, die sich in diesem Fall an den Blättern und Trieben der Esche festmachen. Auf Nachfrage von Dieter Dormeier, ob es denn nicht ein Spritzmittel gibt, das vielleicht von Flugzeugen versprüht werden könne, musste Förster Krämer leider verneinen.

In dem besonders betroffenen Areal des Mooswaldes, zwischen Spechtweg/Habichtweg/Eulenweg im Osten und Albert-Schweizer-Schulen/Bussardweg im Westen besteht der Wald aus ca. einem Drittel (35%) aus Eschen; bestand, muss man sagen, denn bereits ca. 50% davon wurden gefällt. Und es müsse leider weiterhin gefällt werden da, wo es um die Verkehrssicherheit geht.

Nach ersten Erfahrungen in anderen europäischen Ländern geht die Fortwirtschaft davon aus, dass diesem Pilz ca. 5% aller Eschen widerstehen und überleben. In dieser Einschätzung stecke noch viel Hoffnung.

Bei der Sichtung des Wäldchens wurden auch Bäume anderer Arten gefunden, die aufgrund ihres hohen Alters geschädigt waren und bald eine Gefahr für die Spaziergänger geworden wären. Auch diese wurden in der Nähe der Spazierwege gefällt.

Auf Frage von Ursula Brandt verneinte der Förster irgendwelche Aktivitäten bezüglich Aufforstung. Der Wald regeneriere sich selbst, eben mit anderen Arten von Bäumen. Die Äste und Zweige, die manche Leute als „unordentlich“ ansehen würden, bleiben liegen. Das ist ökologische Waldwirtschaft und gemäß Vorschrift sei dies sogar Pflicht. Denn der Mooswald werde kein Park sondern soll echter Wald bleiben, versichert Förster Krämer. Auch eine „Waldwirtschaft“ werde in diesem Waldstück nicht betrieben.

Er ist gern bereit, das Eschentriebsterben und die Zusammenhänge vor Ort in einer kleinen Waldführung der Bürgerschaft zu erläutern. (Termin wird noch bekannt gegeben.)

Und wer mehr wissen will: der Pilz heißt Hymenoscyphus fraxineus (Falsches Weißes Stängelbecherchen) und im Internet gibt es unter dem Stichwort: „Das Eschentriebsterben“ zum Beispiel unter „wald.de“ gut lesbare Informationen.

Folkmar Biniarz

Fotos: Ursula Brandt

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