Presseerklärung des BVL, 02.07.2017

Presseerklärung des Bürgervereins Freiburg-Landwasser e. V.

Betr.: Neues Einkaufszentrum – „Kungelei“ mit dem Investor?

 

Seit geraumer Zeit wird der Bürgerverein Landwasser und besonders sein kommissarischer Vorsitzender angegriffen, weil u.a. angeblich mit dem beauftragten Investor, der Firma Unmüßig, „gekungelt“ (Leserbrief in der BZ vom 27.6.17) und auf geförderten Wohnungsbau verzichtet wird, sowie, dass die Bürgerbeteiligung nach Meinung einiger Akteure in zu geringem Maße umgesetzt wird. – Hauptsächlich kam die Kritik bei Bürger- und Mitgliederversammlungen, aber auch über Presseberichte, eine Rundmail und zuletzt in einem Leserbrief. Die Kritiker sind in erster Linie drei ehemalige Vorstandsmitglieder, die die bisherige erfolgreiche Arbeit des Bürgervereins nicht mittragen wollen, weil sie andere Vorstellungen haben; sie sind, ebenso wie eine weitere Beisitzerin, kürzlich von ihren Ämtern zurückgetreten.

Der geschäftsführende Vorstand weist darauf hin, dass der Bürgerverein sich seit seiner Gründung im Jahre 1967, also schon in der Bauphase Landwassers, immer für die Belange der Bürgerschaft bei der Stadtverwaltung und den Wohnungsbau-Unternehmen eingesetzt hat; in den letzten Jahren waren das die TAG, der fünf Hochhäuser in Landwasser gehören (bis vor kurzem auch das EKZ), die Familienheim-Baugenossenschaft und die Vonovia (bisher Gagfah). Insbesondere mit der TAG wurden in direkten Gesprächen, an denen meist auch ein Stadtrat und eine Vertreterin des Mietervereins teilnahmen, Missstände in Wohnungen und im EKZ bemängelt, aber auch vielfach behoben, und es ist z. B. der Hartnäckigkeit des früheren, leider verstorbenen, Bürgervereinsvorsitzenden, Herrn Wolfgang Klinger, zu verdanken, dass bei einigen Hochhäusern die Gefahr durch herabfallende Beton-Fassadenteile beseitigt wurde, dass nämlich zumindest die Wetterseiten saniert wurden. – Auch mit den Eigentümern der Max- und Moritz-Bauten in der Wirthstraße (Vonovia) gibt es Kontakte des Bürgervereins, hier im Arbeitskreis Wirthstraße, wo regelmäßig augenfällige Mängel mit der Unternehmensvertretung diskutiert werden. – Die Zusammenarbeit mit der Familienheim-Baugenossenschaft ist problemlos.

Für den Bürgerverein war es übrigens sehr hilfreich, dass von zwei Wohnungsbau-Unternehmen und anderen Sponsoren Geldspenden zum 50-jährigen Jubiläum Landwassers überwiesen wurden, und auch die Vereinsgemeinschaft Landwasser (Bürgerverein, Sportgemeinschaft und Narrenzunft Mooswaldwiibli) bedankt sich herzlich für die Spenden zum diesjährigen Sommerfest, mit denen u. a. die Kinder der Albert-Schweitzer-Schulen und der Sportgemeinschaft für Ihre Darbietungen mit Speis‘ und Trank belohnt werden konnten. – Mag die Tombola im Zusammenhang mit der Namensfindung (die meisten Stimmen erhielt übrigens „Zentrum Landwasser“), an der sich fast 500 Festbesucher beteiligten, auch nebenbei eine PR-Aktion des Investors gewesen sein, in erster Linie war sie eine vertrauensbildende Maßnahme; deswegen waren die Darbietungen des Sommerfests noch lange keine „Unmüßig-Festspiele“, wie behauptet wurde.

Die Zusammenarbeit mit den Wohnungsbaugesellschaften ist für den Bürgerverein eine fundamentale Notwendigkeit. Warum sollten diese nützlichen Gespräche ausgerechnet bei der Planung des neuen Einkaufszentrums in Frage gestellt werden, einem zukunftsgerichteten Projekt, für das rechtzeitig die Weichen gestellt werden müssen?

Der geschäftsführende Vorstand des BVL ist fest davon überzeugt, dass eine Einflussnahme auf die Gestaltung des neuen Einkaufszentrums nur durch eine fruchtbare Zusammenarbeit aller Beteiligten, also von Bürgerschaft/Bürgerverein, Stadtverwaltung und Investor, bei gegenseitiger Wertschätzung, Aussicht auf Erfolg hat.

Die Diffamierung des Investors in einem offenen und einem Leserbrief sowie auf andere Weise ist ungehörig und nicht zielführend; ebenso sollten Forderungen ohne Aussicht auf Erfolg unterbleiben.

In den oberen Geschossen des EKZ-Projekts sind nach heutigen Überlegungen (BZ vom 29.6.17) 200 – 220 Wohnungen geplant, und bekanntlich hat der Gemeinderat beschlossen, dass dabei, als Ausnahme von der Regel, auf geförderten Wohnungsbau verzichtet wird. Diese Meinung hat auch der kommissarische Bürgervereinsvorsitzende im Bauausschuss vorgetragen und den Verzicht mit den geforderten Verbesserungen für ältere Menschen in Landwasser gerechtfertigt. Dabei bezog er sich auf die von der Bürgerschaft erarbeiteten Stadtteilleitlinien (STELL), insbesondere auf die notwendige Verbesserung der Lebensumstände für Ältere, um dem in Landwasser stattgefundenen demographischen Wandel Rechnung zu tragen. Dafür wären hilfreich: kleine Wohneinheiten, Barrierefreiheit und alternative Wohnangebote, z. B. Mehrgenerationen-Wohngemeinschaften, ggf. Betreutes Wohnen mit Gemeinschaftsräumen oder Tagespflege sowie Wohngruppen für pflegebedürftige Menschen.

So ergäbe sich auch für die Bewohnerinnen und Bewohner Landwassers im Alter die Möglichkeit, im gewohnten Stadtteil wohnen zu bleiben und die bisherigen vielfach großen Wohnungen oder Einfamilienhäuser jungen Familien mit Kindern zu überlassen. – Geförderter Wohnungsbau käme ohnehin kaum den jetzigen Bewohner/innen Landwassers zugute.

Bei den Stadtteilleitlinien standen auch Gesichtspunkte im Vordergrund, wie die Steigerung der Attraktivität Landwassers für Mittelschichtsfamilien, um eine Verbesserung des Stadtteil-Images bei gleichzeitiger Steigerung der Kaufkraft (sicher notwendig für attraktive Versorgungsangebote) und Anhebung des sozialen Milieus zu erzielen.

Freiburg-Landwasser, 2.7.2017

 

Bürgerverein Freiburg-Landwasser e. V.

Dieter Dormeier, 1. stv. Vorsitzender

Sabine Tröster, 2. stv. Vorsitzende

Gisela Scheer, Schriftführerin

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