Neujahrsempfang 2018, Beitrag des 1. stellv. Vorsitzenden des BV

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

der Vorstand des Bürgervereins hofft, dass Sie das neue Jahr gut begonnen haben. Möge 2018 Ihnen allen viel Glück im Privaten, Erfolg im Beruflichen und, vor allem, gute Gesundheit bringen.

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Der Neujahrsempfang im Kirchensaal von Zachäus war bereits das erste „Highlight“ in diesem Jahr: Er war hervorragend von Landwasseranerinnen und Landwasseranern besucht und wurde von Kostproben aus dem bevorstehenden „Jubiläumskonzert“ des Kammerorchesters Landwasser umrahmt. Ja, das Orchester feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

Schirmherrin der Veranstaltung war wieder Frau Bürgermeisterin Stuchlik, und wir konnten auch viele andere Gäste begrüßen; so z. B. eine große Anzahl von Damen und Herren aus dem Gemeinderat sowie von den Kirchen, den befreundeten Institutionen, Verbänden und Vereinen. Überraschungsgäste waren Frau Bundestagsabgeordnete Andreae und Frau Landtagsabgeordnete Rolland.

 

Bei dem zusammenfassenden Rück- und Ausblick war das wichtigste Thema für 2017/18 selbstverständlich das neue Einkaufszentrum. Die Ausstellung der Modelle und Pläne in der ehemaligen Voba-Filiale, unmittelbar nach der Sitzung des Preisgerichts, wird uns genügend Diskussionsstoff für die Bürgerinformation mit Herrn Oberbürgermeister Dr. Salomon geben: Am 24. Januar um 18 Uhr, ebenfalls in Zachäus. Dieser Termin liegt leider weit hinter dem Redaktionsschluss der Stadtteilnachrichten, aber lesen Sie doch mal auf einer der nächsten Seiten einen „visionären“ Artikel, wie der Abend ablaufen könnte.

 

 

Zurück zur aktuellen Situation: Der Siegerentwurf der Architekten Wöhr-Heugenhauser aus München fand bei den meisten Besucherinnen und Besuchern Anklang, doch es gibt erwartungsgemäß auch viele Fragen nach Details sowie diverse Änderungs- bzw. Verbesserungswünsche. Ganz oben auf der Liste steht die z. T. noch offene Frage zur Belieferung der Geschäfte. Die Idee, die großen LKWs durch das sog. „Gässle“ fahren zu lassen, wurde nach Einspruch des Bürgervereins erfreulicherweise von keinem Architekten aufgegriffen. Aber eine sog. „Schleppkurve“ für die Fahrzeuge über den Platz der Begegnung ist in fast allen Plänen eingezeichnet. Nur in einem Entwurf wurde eine heute übliche „Tasche“, in die rückwärts eingeparkt wird, um später vorwärts wieder in gleicher Richtung rausfahren zu können, eingeplant. Das Problem der Anlieferung ist allen Beteiligten bewusst, und das Preisgericht hat hier auch um Nachplanung gebeten.

 

Bereits bei den Stadtteilleitlinien, STELL, wurden vor einigen Jahren von den teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern zusätzliche Wohnungen gefordert, um unseren überalterten Stadtteil für junge Familien attraktiv zu machen. – Im neuen Zentrum sind knapp 200 Wohnungen vorgesehen, und nach den neuen Plänen für die Wirthstraße, sind weitere ca. 100 Wohnungen auf dem zunächst für Flüchtlinge vorgesehenen Gelände sowie zwischen der Gewerbeakademie und den Max- und Moritz-Bauten geplant.

 

Es werden Wohnungen mit höherem Standard gewünscht; aber zu bezahlbaren Preisen. Die vorgesehenen kleineren Wohnungen könnten junge Singles oder Paare ansprechen; sie könnten jedoch auch für Ältere eine gute Alternative zu den gegenwärtig oftmals größeren Wohneinheiten sein, in die Familien mit Kindern nachziehen könnten.

 

Im Zusammenhang mit dem Zuzug Wohnungssuchender wurde die Forderung vieler Bewohnerinnen und Bewohner Landwassers nach sozialer Ausgewogenheit angesprochen; denn die diesbezügliche Balance stimmt nach Meinung vieler in Landwasser seit langem nicht mehr. Dabei wird meist der hohe Anteil von Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Migrations-Hintergrund diskutiert. Der betrug im Jahre 2016 in Landwasser ca. 45 %. Das ist erheblich mehr als in anderen Stadtteilen oder im Durchschnitt Freiburgs, der bei 28 % lag.

 

Frau Bundestagsabgeordnete Andreae zeigte auf, dass sich in Freiburg, wie in ganz Deutschland, viele Bürgerinnen und Bürger aus Nächstenliebe um die Flüchtlinge der letzten Jahre gekümmert haben und bat um Toleranz gegenüber den Neubürgern. Auch in Landwasser hatten sich viele zur Hilfe bereiterklärt, aber es muss festgestellt werden, dass sich Probleme leichter tragen lassen, wenn sie auf vielen Schultern halbwegs gleichmäßig verteilt werden.

 

Ein Dauerbrenner sind auch die notwendige Entschleunigung der Elsässer Straße und die Forderung nach einem ebenerdigen Übergang am Steg, der für viele Menschen einfach zu steil ist; doch da müssen wir wohl auf die Sanierung des nächsten Teilstücks der Straße warten.

 

Ein anderer wichtiger Punkt des „Ausblicks“ war der Erhalt des Quartiersbüros: Zum einen wird ein freier Träger gesucht, und es ist zu wünschen, dass das HdB den Zuschlag erhält. Zum anderen muss auch alles darangesetzt werden, dass es wieder einen Platz im Erdgeschoss des neuen Zentrums erhält, um für alle gut erreichbar zu sein.

 

Abschließend wurde darauf hingewiesen, dass bei der Planung der neuen Güterbahntrasse, entlang der Autobahn, weiterhin Wachsamkeit geboten ist, damit früher zugesagte Schallschutzmaßnahmen, wie die Galerien, die insbesondere die Hochhäuser vor Güterbahnlärm schützen sollten, nicht „weggespart“ werden. – Die Bürgerinitiativen warten jetzt auf die Offenlage der Planungen und werden ggf. zu neuen Einwendungen und notfalls auch zu Protestaktionen aufrufen.

 

Mit den besten Grüßen

Ihr Dieter Dormeier

 

Ergänzung:

Im Rahmen des Neujahrsempfangs wurden mehrere Jubilare für ihre 25- bzw. 40-jährige Mitgliedschaft im Bürgerverein Landwasser geehrt. Auch bei diesem Ereignis entstanden einige sehenswerte Fotos:

Fotos: F. Biniarz

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