Stellungnahme des ehemaligen Rektors Reimann zum Brand an der ASS

Albert-Schweitzer-Schule II für 8 Wochen gesperrt; eine Stellungnahme zum Schulbrand und anderen Delikten“  

„Entwarnung in Landwasser“ – Freiburger Zeitung  (Badische Zeitung) vom 11.01.2018

„Entwarnung“ in Landwasser?

Wie entmutigend muss es für Lehrkräfte, Schülerschaft und Eltern sein, wenn schon am ersten Schultag des neuen Jahres eine mutmaßliche Brandstiftung den Schulbetrieb lahmlegt? Wie sehr schädigt dieser erneute Vandalismus das Ansehen der Schulen im Stadtteil? Wie sehr macht es die engagierte Arbeit von Lehrerschaft und Elternbeiräten zunichte? Nach dem Schulhausbrand gibt der Brandschutz „Entwarnung“ – aber nur für die Luft im Schulhaus der Albert-Schweitzer-Werkrealschule. Für den Schulcampus der drei Landwasser-Schulen kann das nicht gelten.

Vor über zehn Jahren brannte auch die KiTa Landwasser nach einer Brandstiftung ab!

Immer wieder Einbrüche, Zerstörungen und Diebstähle auch in den benachbarten Kirchen!

Unzählige zerschossene, eingeschlagene Fenster- und Türscheiben in allen drei Schulhäusern und dem Ganztageszentrum! Aufgebrochene und  zertretene Spielekammern im Schulhof (die Spielsachen finden sich später im Einkaufszentrum)!

Ein brennendes Sofa vor der neuen Turnhalle verursachte in den Sommerferien 2015 einen so großen Schaden, dass über ein halbes Schuljahr lang nur eingeschränkter Sportunterricht möglich war. Einem Einbruchdiebstahl in den Sommerferien 2016 fiel der Tresor der Grundschule samt Dienstsiegeln, Geld und Berechtigungsausweisen zum Opfer.

Verdreckte Schulhöfe nach den Wochenenden, verpisste Wände, versprühte Feuerlöscher, besudelte Schulhäuser, jahrelang stinkende, unbelüftete Toiletten, die Keller voller Grundwasser . . .

Die Liste ließe sich fortführen. All dies geschieht seit Jahren, ach, seit Jahrzehnten! Nun erlebte die Schulbürgermeisterin Stuchlik den jüngsten Feueralarm just nach ihrer Neujahrsansprache beim Bürgerverein selbst. Und will sich endlich persönlich an die Schule bequemen!

Endlich, aber zu spät! Die Schadenssummen haben sich bisher schon zu vermutlich sechsstelligen Summen angehäuft. Immer wieder haben Schulleitungen und Elternbeiräte über den bedauernswerten Zustand der Schulhäuser, die abends und nachts zu dunklen Schulhöfe, das permanente Gefühl der Unsicherheit vieler (Grundschul-) Eltern geklagt und dies auch schriftlich bei der Stadtverwaltung sowie den Stadträten vorgebracht – zuletzt im Sommer 2016.

Ergebnis: nichts! Man gewinnt den Eindruck, als seien der Stadt der Zustand und die Sicherheit auf dem Campus Landwasser egal. Bis heute kein Konzept zur Erhöhung der Sicherheit, kein verstärkter Einbruchschutz, keine Videoüberwachung in den Häusern oder auf den Schulhöfen, keine Sicherheitszäune um das Gelände.

Viele Grundschuleltern möchten ihre Kinder am liebsten gar nicht mehr in Landwasser einschulen: Das Schulumfeld ist ihnen nicht mehr geheuer!

Es bedarf wohl etwas mehr Einsatz und Ideen seitens der Stadt und deren Schulamt, um die desolate Sicherheitslage auf dem Campus zu verbesseren. Ein paar neue Leuchten werden da nicht ausreichen.

 

Ulrich Reimann, March

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