Neujahrsempfang 2019 – Berichte und Fotos

Neujahrsempfang des Bürgervereins am 20.1.2019

Der diesjährige Neujahrsempfang des Bürgervereins Landwasser fand wieder im ansprechenden Rahmen, im Kirchensaal der Zachäusgemeinde, statt.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst stimmte das Kammerorchester Landwasser, mit seinem Dirigenten, Kieran Staub, die zahlreichen Besucher mit Ausschnitten aus „Beethovens 6. Sinfonie“ musikalisch ein, bevor der Bürgervereinsvorsitzende, Dieter Dormeier, die Besucher begrüßte: Herrn Oberbürgermeister Horn, die Hausherrin, Pfarrerin Rahmelow, zusammen mit Herrn Pfarrer Dr. Koffler und Frau Pastoralreferentin Hofmann-Nitsche, die Landtagsabgeordnete, Frau Rolland, sowie die weiteren Ehrengäste von der Polizei, aus Politik, Ämtern und Wirtschaft sowie den Schulen, Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen. – Die Liste war lang, aber es ist gute Tradition, die Ehrengäste namentlich zu nennen.

Als Schlagwörter des Jahres wurden „Bauen, Sanieren, Wohnen und Mieten“ genannt, wobei das neue „Zentrum Landwasser“ im Vordergrund der Erwartungen steht; außerdem die künftigen Neubauten in der Wirthstraße, für die eine dringend benötigte Sport- und Mehrzweckhalle im Fokus steht. – Ob eine Innenverdichtung des Stadtteils durch Be- oder Überbauung von Park- und Garagenanlagen möglich sein wird, ist noch offen. – Jedenfalls wartet Landwasser auf den Zuzug neuer, möglichst junger Mitbürger; denn im Zusammenhang mit den neuen Kitas hieß es: „Die Jungen Familien können kommen!“

Als weitere „Baustelle“ fand die alltägliche Situation in Landwasser negative Betrachtung; denn neben Brandstiftung, Vermüllung oder Vandalismus, wurden u. a. Zerstörungen von Schaufensterscheiben, Haustüren und Autoreifen aufgeführt. Dazu wurde der Oberbürgermeister auf seine Vorstellung von „sozialer Straßenarbeit“ angesprochen; denn auch nach Meinung des Bürgervereins könnten „Streetworker“ vielleicht zur Beruhigung der „Szene“ beitragen.

Hinsichtlich der Mieten in Landwasser konnte festgestellt werden, dass die Durchschnittswerte der drei großen Immobiliengesellschaften zwischen 6 und 7 Euro liegen, also deutlich unter dem aktuellen Mietspiegel von € 8,56; und das auch nach umfangreichen Sanierungen. Ein Abschlag von 7 %, „wegen des angeblich miesen Wohnwerts unseres Landwassers“ reduziert den genannten Wert.

Der Vorsitzende kündigte in diesem Zusammenhang an, dass sich der Bürgerverein auch weiterhin für bezahlbare Mieten einsetzen wird, aber ebenso für eine positive Entwicklung des Stadtteils kämpft.

In dem noch jungen Stadtteil häuften sich in den vergangenen Jahren die 50-jährigen Jubiläen von Schulen und Vereinen. Das lässt auf weitere Beständigkeit hoffen. – Aber auch die vielen kulturellen Veranstaltungen in den Kirchen, der AWO-Begegnungsstätte und dem Haus der Begegnung prägten das Leben in Landwasser; ebenso wie die Veranstaltungen der Kirchen, Schulen und Vereine für Kinder und Erwachsene.

Zum Schluss wurden noch zwei „Dauerbrenner“ genannt: Das Grundwasser im Keller von ca. 60 Einfamilienhäusern und der Albert-Schweitzer-Schule III sowie der zu erwartende Bahnlärm; zum einen an der künftig elektrifizierten S-Bahn, aber hauptsächlich an der geplanten Güterbahn entlang der Autobahn. Dabei wurde schon jetzt zu einer Groß-Demo aufgerufen, wenn bei der bevorstehenden Offenlage noch mehr Einsparungen am Schallschutz sichtbar werden.

In den Grußworten von Herrn Oberbürgermeister Horn, Frau  Landtagsabgeordneter Rolland sowie von Frau Pfarrerin Rahmelow, Herrn Ortsvorsteher Schätzle und Herrn Baiker, dem Vorsitzenden des BV Betzenhausen-Bischoflinde, wurde das Thema Wohnen größtenteils aufgegriffen; denn es bewegt ja nicht nur Landwasser, sondern ganz Freiburg.

Wie jedes Jahr konnten auch diesmal mehrere langjährige Bürgervereinsmitglieder für ihr Engagement und ihre Treue zum Verein geehrt werden: Die Eheleute Hüttemann und Frau Petri für 25 Jahre, Herr Schöpp für 40 Jahre sowie die Eheleute Gockl, Frau Kempf und Herr Eilers für 50 Jahre. Alle erhielten eine Ehrenurkunde sowie das Wappen bzw. das goldene „Fröschle“ des Vereins. Hoffentlich können sie uns noch lange treu bleiben! 

Zum Ausklang spielte das Kammerorchester das „Andante Festivo“ von Jean Sibelius, bevor sich alle mit Laugenstangen, Kuchen und einem Tröpfchen Wein versorgten, um zu gemütlichen oder anregenden Gesprächen überzugehen.

Bürgerverein Landwasser

Fotos: F. Biniarz, K. Pietsch

 

Kommentar zum BZ-Artikel vom 22.1.19 „Wohnen bleibt das zentrale Thema“, von Anja Bochtler

Schade, dass Frau Bochtler den Tenor des Unterzeichners beim „Rück- bzw. Ausblick“ anlässlich des Neujahrsempfangs des Bürgervereins nicht „rüberbringen“ konnte (oder wollte); dass nämlich der sukzessive Niedergang Landwassers, der durch das Verhalten vieler “gesellschaftsferner“ Bewohnerinnen und Bewohner bewirkt wird, gestoppt werden muss. Beispiele über Vermüllung und Vandalismus wurden in großer Zahl dargestellt. – Leider wurden auch die Erwartungen der Bürgerschaft, eine Besserung der Situation, die durch eine Veränderung der Sozialstruktur entstehen könnte, nicht ansatzweise wiedergegeben. Es wurde z. B. vorgetragen:

 

„Meine Vision ist, dass mit den neuen bzw. sanierten Wohnungen viele junge Familien mit Kindern, und hoffentlich normalem Einkommen, nach Landwasser kommen, damit sich wieder eine gute Mischung der sozialen Schichten ergibt, dass renovierte Innen- und Außenbereiche der Häuser gepflegt und erhalten werden, und dass ein Funke auf alle Landwasseranerinnen und Landwasseraner überspringt, um unseren Stadtteil wieder lebens- und liebenswert werden zu lassen.“

 

Die Zustimmung sehr vieler Bürgerinnen und Bürger zeigte sich nicht nur am Applaus, sondern auch bei vielen persönlichen Gesprächen.

 

gez. Dieter Dormeier

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