Neues vom Moosweiher

Der Marmor-Krebs   

Seit etwa 10 Jahren breitet sich der Marmor-Flusskrebs in unserem Moosweiher aus, der auch die Wissenschaft begeistert. Bei diesem Krebs handelt es sich um einen sogenannten „Klon-Krebs“, der ursprünglich aus der Aquaristik stammt und irgendwann von Menschen ausgesetzt oder von Anglern als Lebendköder verwendet wurde.

Da er keine natürlichen Feinde hat, konnte er sich ungehemmt vermehren – und da liegt auch seine Besonderheit, die für die Wissenschaft von hohem Interesse ist: Marmorkrebse sind eingeschlechtlich und „klonen“ sich quasi selbst (unter „klonen“ versteht man die ungeschlechtliche Vermehrung). Die gesamte Population besteht nur aus Weibchen.                    

Auch bei diesen Krebsen handelt es sich um eine ursprünglich hier fremde Art, die durchaus von manchen Naturschützern als invasiv und damit kritisch gesehen wird.

Marmor-Krebs

Dieses Exemplar auf dem Foto besuchte uns abends auf der Terrasse und durfte nach dem Fotoshooting wieder in den See.

Text und Foto: Stefanie Pietsch

Wasservögel am Moosweiher – Wo sind sie geblieben?

Dieser Artikel im letzten Heft ist auf große Resonanz gestoßen. Die meisten Kommentare bezogen sich auf die als „erfreulich“ beschriebenen Nilgänse, die als Störenfriede und Übeltäter bezeichnet wurden – und jetzt sind die sieben Küken schon fast erwachsen!

Das Umweltschutzamt hat uns dankenswerterweise schnell geantwortet und bringt es auf den Punkt: „Hierbei handelt es sich um eine nicht-heimische, sehr invasive Art (Anm.: Invasion = feindliches Eindringen), die sich zudem leider sehr aggressiv gegenüber anderen Wasservögeln verhält. So gibt es Beobachtungen, dass Nilgänse andere Jungvögel unter Wasser drücken; auch Nestzerstörungen und Angriffe auf die Elterntiere anderer Wasservögel wurden beobachtet. Die Verbreitung und Zunahme der Nilgans und das künstliche Füttern dieser Art, ist für andere Wasservogelarten ein zunehmendes Problem, wenn auch eine wissenschaftliche Untersuchung zu dieser Thematik noch nicht vorliegt.“ 

Wir müssen die hübschen Tiere leider mit anderen Augen sehen; in einigen Ländern sind sie bereits zum Abschuss freigegeben!

Die weiteren wesentlichsten Antworten werden nachfolgend auszugsweise wiedergeben:

Der Rückgang der Arten ist bedauerlicherweise, wie auch anderen Berichten zu entnehmen ist, ein weltweites Phänomen. Die langanhaltenden hohen Temperaturen führen zu einer Gewässerveränderung (Klimawandel), die den Wegzug der Tiere bewirken kann. Ein weiteres Problem stellen liegengelassene Angelschnüre und Angelhaken sowie freilaufende Hunde dar: Verletzte Vögel werden immer wieder gemeldet. Fütterung mit altem Brot ist eine große Gefahr, weil es Krankheiten bei den meisten Vogelarten verursacht und das Gewässer unnötig mit Nährstoffen anreichert. Zudem werden auch Ratten dadurch angelockt. Weiterhin ist Lärm, der durch Freizeitnutzung entsteht, zu nennen; dieser verursacht eine Störung der Vögel, bis hin zum Brutabbruch. Wir sollten also unbedingt die Ruhezonen der Vögel beachten, damit uns der Moosweiher nicht nur beim Schwimmen und Baden Freude macht.Diese Bitte richten wir auch an alle Angler!

Inzwischen gibt es wieder einige Löffelenten und Blässhühner im Moosweiher, und hoffentlich beehren uns auch bald wieder ein paar Schwäne!

Text: Dieter Dormeier

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