Fossilienfunde am Moosweiher

Fossilienfunde am Moosweiher

Vermutlich ist vielen von Ihnen schon bekannt, dass am Lehener Bergle einst recht große Fossilien namens Ammoniten oder „Ammonshörner“ gefunden wurden, die noch heute manche Häuserfront der alten Gebäude in Lehen zieren. Sie zeugen von dem im Aberglauben verwurzelten Brauchtum, Unheil und Unwetter abzuwehren. Auch erinnern sie daran, dass jahrzehntelang ein professioneller Abbau des Lößlehmvorkommens am Lehener Berg betrieben wurde und auch ein reger Steinbruchbetrieb herrschte. Noch bis in die frühen 60er Jahre wirkte der „Hügel von Lehen“ wie eine bescheidene Anhöhung zwischen dem Schwarzwaldrand und dem Kaiserstuhl, da die Mooswälder von fast allen Seiten dicht heranreichten. Er gehört geologisch nicht zu dem Schwarzwaldgebirge, sondern ist eine der Trias-Jura-Schollen, denen auch der Tuniberg, Nimberg und Schönberg zugeordnet werden. In einem geologischen Artikel von 1962 werden Funde „Im Waldgebiet am Humberg“ beschrieben (auch Humberg-Scholle), also unserem kleinen Wäldchen am Moosweiher, der damals gerade frisch ausgehoben wurde.

Und hier kann man die Fossilien auch noch heute finden. Sie schlummern noch in der Erde, die vor etwa 70 Millionen Jahren im Jura ausgestorbenen Meeres-Weichtiere, die im Kalkgestein unter großen Schichten Löß konserviert sind. Ammonoideas (Ammoniten) ähneln den schneckenförmigen Hörnern eines Widders und wurden nach dem ägyptischen Gott „Ammon“ benannt, der mit einem Widderkopf dargestellt wurde. Es handelt sich um Kopffüßler (Tintenfische) in einem gekammerten Gehäuse. Ebenso wie die Belemniten, längliche Fossilien, die auch „Donnerkeile“ genannt werden und eine große Ähnlichkeit mit den heutigen Kalmaren hatten. Sie alle zeugen davon, dass sich hier einst Meeresboden befand und reges Leben herrschte. Die verendeten Tiere sanken auf den Meeresboden und versteinerten in einem Zeitraum von Jahrmillionen. Dort wurden sie von weiteren Schichten bedeckt, auf die sich durch mächtige Sandstürme eine bis zu 10 Meter hohe Schicht Löß legte.

Doch nicht nur Ammoniten und Belemniten schlummern noch im Wäldchen in der „Humberg-Scholle“ am Moosweiher unter der Erde, auch verschiedenste versteinerte Muschelarten liegen dort noch immer. Wer einen Blick dafür hat, kann fündig werden. Freund Maulwurf ist auch immer ein großartiger Gehilfe, denn oftmals thront auf einem Maulwurfshügel ein kleines Fossil. Man muss nur genau hinsehen – und den kleinen Bereich kennen, in dem die Fossilien noch zu finden sind.

Text und Fotos: Stefanie Pietsch

Quellen: Mineralienatlas.de

Der geologische Bau des Lehener Berges bei Freiburg i.Br., Dr. E. Sittig, 1962, Ber.Naturf.Ges.Freiburg i.Br., 52

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