Putzete in Landwasser – 2020

Freiburg packt an: Landwasser wird geputzt

Wie schon in den vergangenen Jahren kamen wieder drei unterschiedliche Gruppen zusammen. Die eine Gruppe, diesmal vor Ort neu und erstmals organisiert von Amira Yassine, Frauen, Mütter mit ihren Kindern und von außen unterstützt durch Gabi Rolland, SPD-Landtagsabgeordnete, in Landwasser-Mitte, Wirthstrasse. Es kamen einige Säcke zusammen.

Die zweite Gruppe in Landwasser-Süd, klein aber effektiv, Paare, die sich gezielt verteilten und staunten, wenn man eben genau hinschaut, wie viele Kippen und Flachmänner da an den Wegesrändern und in den Gebüschen zu finden sind.

Die dritte Gruppe, Schüler*innen der Albert-Schweizer-Schule III, sammelte Müll in der Landschaft bereits am Donnerstag davor. Rektorin Pohlmann brachte bei der Putzaktion mit Schubkarren die Säcke zur Sammelstelle.

Zum Abschluss gab es diesmal ein Vesper, Kaffee und Kuchen, frisches Obst und Apfelsaft vom Bauernmarkt im Quartiersbüro, verbunden mit einem herzlichen Dankeschön.

Eine besondere Aufmerksamkeit wurde diesmal nicht auf den großen Müll in der Landschaft gelegt, sondern auf die vielen Zigarettenkippen. Eigentlich hat es sich inzwischen herumgesprochen. In den Kippen schlummern dutzende von Schadstoffen, die, wenn sie mit dem Regen ins Erdreich eindringen, nachweisbaren Schaden am Grundwasser anrichten – und somit unser Trinkwasser vergiften.

Es wurden über 1.000 Kippen gesammelt. Allein in einem Gurkenglas kommen 200 Kippen zusammen.

Natur kennt keinen Abfall. Wie können wir einen respektvollen Umgang mit unserer Natur vermitteln? Ist es nötig, dass – wie in Singapur – jeder, der eine Kippe in die Natur wegwirft, mit einem Tag Gefängnis bestraft wird? Oder – wie ich meine – für jede weggeworfene Kippe dafür 1.000 Kippen sammeln muss?

Natürlich können Abfallwirtschaft und VAG unterstützend helfen, indem sie Abfallbehälter mit Kippeneinsatz aufstellen.

Aber allen Beteiligten war klar: im nächsten Jahr müssen wir wohl wieder ran. Es wäre schön, wenn weniger Müll aufzusammeln wäre. Und wenn mehr Leute bei der Putzaktion mitmachen würden. Dafür wurde der Wunsch geäußert, es wieder am Samstagvormittag von 10 bis 12 Uhr stattfinden zu lassen, abgeschlossen mit einer kräftigen Suppe aus frischen unverpackten Produkten vom Landwasseraner Bauernmarkt.

Text: Folkmar Biniarz

Fotos: F. Biniarz, J. Hennig, M. Stark-Hennig

ERGÄNZUNSTEXT:

Nachlese zur „Putzete“

Wie berichtet, war die Beteiligung an der Putzete leider recht überschaubar, so dass der Bereich von der Wendeschleife Auwaldstraße/Bussardweg zum Sportplatz bzw. zur Pizzeria ausgelassen werden musste.

Ein Bürger der Nachbarschaft hat sich jetzt den Weg und den Parkplatz vorgenommen. Das Ergebnis der kleinen Strecke war ein halbvoller gelber Sack, überwiegend gefüllt  mit Zigarettenschachteln, Tüten von Knabberzeug und Papiertaschentüchern; aber auch mit delikaten Hinterlassenschaften vom „Parking“: Einmal „Feinripp“, einmal „Rosarot“ mit „Spitze“ und einmal (wohl von Fortgeschrittenen) eine prall gefüllte Babywindel !

Bemerkenswert waren auch ca. 30 gebrauchte Teebeutel auf dem Rasen hinter der Pizzeria. Wer dachte, Teebeutel-Weitwurf wäre eine Erfindung der Ostfriesen, hat nicht an Landwasser gedacht. – Empfehlenswerter und überschaubarer als der Rasen wäre die neue Boulebahn; z. B. für eine Meisterschaft der „Gastro-People“. Die „Spielgeräte“ sollten aber in jedem Fall wieder mitgenommen werden!

Die Redaktion

Um Missverständnissen vorzubeugen:

Bei dem als „Ergänzung“ eingefügten Text handelt es sich um SATIRE.

H. Wöhrn

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