Gefiederter Nachwuchs am Moosweiher

Der Haubentaucher

Auf dem Moosweiher ist in diesem Frühjahr wieder mächtig was los in punkto Familienplanung: überall kommt der Nachwuchs auf die Welt – ob an Land oder im Wasser. Es quakt und piepst überall und man konnte schon seit einigen Wochen die Wasservögel beim Nestbau und Brüten beobachten. Die Stockenten haben viele kleine, flauschige Küken bekommen, die Blässhühner sind Eltern geworden und bei den Haubentauchern kamen zwei gestreifte Küken auf die Welt.

Diese besonders auffälligen und interessanten Vögel möchte ich Ihnen gerne in der aktuellen Ausgabe der Landwasser Nachrichten vorstellen:

Haubentaucher (Podiceps cristatus) fallen durch ihr prächtiges Gefieder auf. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt und tragen eine „Federhaube“ auf dem Kopf, die namensgebend war. Sie gehören zu den sogenannten „Lappentauchern“, da sie keine Schwimmflossen an den Füßen haben, sondern lappenartige Verbreiterungen an den drei Vorderzehen. Sie sind sehr gute Taucher, die bis zu 20 Meter tief und 40 Meter weit tauchen können und dabei ihre Nahrung erbeuten, die aus Fischen, Insekten, aber auch Fröschen und Krebstieren besteht. In einigen historischen Berichten wird über den Hauben- bzw. Lappentaucher berichtet, er sei „nicht so ungeschickt und plump wie die Wasserhühner und Enten, sondern sause wie ein Torpedoboot dahin“ (Hermann Löns, Heimatdichter des 19. Jh.) und Aristoteles hielt 300 v. Chr. fest: „Der Lappentaucher lebt am Meere und wenn er sich in die Tiefe stürzt, bleibt er so lange unter Wasser, wie ein Mensch braucht, um 35 Meter zurückzulegen“.

Im 19. Jahrhundert war ihr Balg wegen des prachtvollen und dichten Gefieders für die Modeindustrie zur Herstellung von Pelzkrägen, Muffs und Mützen sehr beliebt und die schönen Tiere wurden immer seltener. Anfang des 20. Jahrhundert wurde daraufhin eine ganzjährige Jagdverschonung verhängt, die auch heute noch gilt. Sie gelten heute nicht als gefährdet, aber die Bestände in Deutschland sind sehr schwankend, da sie extrem empfindlich auf Störungen reagieren, wie z.B. Badegäste an den Seen, Angler und Wassersportler.

Quelle: nabu.de/vogel-des-jahres/2001-haubentaucher     

Unser Moosweiher ist als Brutgebiet für sie besonders gut geeignet, da das Biotop ihnen den geeigneten geschützten Schilfbereich bietet und sie dort die nötige Ruhe haben. Dort haben sie dieses Jahr schon Ende März ein flaches Nest aus Schilfhalmen, kleinen Ästen und Algen gebaut, das an den ins Wasser ragenden abgestorbenen Bäumen verankert war. Man konnte sie dort gut beim Brüten beobachten und nach etwa 30 Tagen schlüpften zwei kleine Küken, die durch ihr gestreiftes Daunenkleid besonders auffallen. Sie können zwar vom ersten Tag an selbst schwimmen und tauchen, werden aber die ersten Wochen zum Schutz vor Feinden (wie z.B. dem Hecht) auf dem Rücken der Eltern im Gefieder transportiert. Dort werden sie von den Eltern mit kleinen Fischen und Insekten gefüttert und sogar auf den ein oder anderen Tauchgang mitgenommen. Auch wenn sie mit etwa sechs Wochen beginnen, selbstständig zu werden, bleiben sie noch in der Nähe vom Nest und den Eltern. So können die zwei Kleinen diesen Sommer über wachsen und gedeihen und eines Tages eine eigene kleine Familie gründen.

Text und Fotos: Stefanie Pietsch

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