INFO des Forstamtes: Eschenfällungen erforderlich

Das Forstamt informiert:

Baumfällungen rund um die Straßenbahnhaltestelle Diakoniekrankenhaus – Eschentriebsterben

Termin: 27. und 28. Oktober 2020, jeweils zwischen 7:00 Uhr und 18:00 Uhr.  Die VAG bietet Schienenersatzverkehr an diesen beiden Tagen an.

Am 27. und 28. Oktober wird  das Städtische Forstamt (Revier Mooswald) in Zusammenarbeit mit dem Garten- und Tiefbauamt und der VAG  zum Teil umfangreiche Baumfällungen vornehmen. Betroffen ist  das Wäldchen entlang der Straßenbahnhaltestelle Diakoniekrankenhaus (Linie 1) sowie der Waldrand entlang der Straßenbahntrasse.

Als hauptverantwortlicher Revierförster für diese Fällungen möchte ich gerne diese Ausgabe der Stadtteilnachrichten nutzen, allen interessierten  Bürgerinnen und Bürgern die geplanten Maßnahmen näher zu erläutern. Zudem biete ich für alle, die sich die Situation persönlich mit mir vor Ort im Vorfeld anschauen möchten, eine kleine Führung an:

Freitag, 23. Oktober 2020, 16:00 Uhr

Treffpunkt: Straßenbahnhaltestelle Diakoniekrankenhaus.

Bitte bringen Sie zu dem Termin eine Alltagsmaske mit.

Bei den zu fällenden Bäumen  handelt es sich fast ausschließlich um Eschen, die vom Eschentriebsterben befallen sind. Ursprünglich in Ostasien beheimatet, hat sich der für das Eschensterben verantwortliche Pilz in ganz Europa ausgebreitet und grassiert seit 2009 auch bei uns im Mooswald.  Der Fruchtkörper dieses Pilzes bildet im Sommer Millionen von Sporen, die vom Wind verweht werden und die Blätter und Triebe der Eschen infizieren.

Da es kein Heilmittel und keine Bekämpfungsmöglichkeit des von dem Pilz ausgelösten Baumsterbens gibt und die Esche im Laufe der Zeit ihre Standfestigkeit verliert, muss die sterbenskranke Esche in sensiblen Bereichen kontrolliert zu Fall gebracht werden, bevor sie unkontrolliert umfällt und Menschen oder Gebäude zu Schaden kommen. Anfang des Jahres 2020 ist genau das passiert.  Eine okular nicht erkennbare kranke Esche ist auf die Oberleitung der Straßenbahn gefallen. Zum Glück wurde niemand verletzt.

Der Anteil der Eschen im Freiburger Mooswald betrug bis vor kurzem noch 24%!  Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeder vierte Baum im Mooswald eine Esche war. Es gibt auch etliche  Waldbestände (z.B. Wald zwischen Bundschuhhalle und Moosgrund), wo der Anteil der Esche bei ca. 50% lag. Fast alle diese Eschen sind im Laufe der letzten Jahre erkrankt. Überall im Wald sieht man daher absterbende, abgestorbene und vielerorts auch schon umgestürzte Eschen, die das Forstamt an vielen Stellen auch stehen und  liegen lässt. In anderen Waldbereichen, wo es sich um starke Eschen handelt oder wo Waldbesuchende, der Verkehr oder Gebäude gefährdet sind, reagieren wir  mit häufiger wiederkehrenden Baumfällungen und insgesamt stärkeren Eingriffen.

Nur mit diesem Einsatz können wir es erreichen, dass die Freiburgerinnen und Freiburger sich trotz Eschentriebsterben weitgehend gefahrlos auf den Wegen und Straßen im und entlang des Mooswaldes aufhalten können, um diesen wunderbaren Erholungsraum zu erleben.

Damit auch das Waldstück in Landwasser weiter seine volle ökologische Funktionen behält, werden wir auf der kleinen, neu entstehenden Freifläche im nächsten Frühjahr heimische Sträucher sowie kleinwüchsige Bäume – wie den Speierling – pflanzen und pflegen.

Revierförster Ernst Krämer

Oktober 2020

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