Jahresrückblick 2020

Rückblick auf das Jahr 2020

Im Jahr 2020 hat die Corona-Krise auch den Bürgerverein Landwasser bei der Vereinsarbeit voll getroffen. Außer dem Neujahrsempfang und der Putzete bei „Freiburg packt an“ waren keinerlei Veranstaltungen des Vereins möglich. Selbst die Mitgliederversammlung, bei der am 21. April ein neuer Vorstand gewählt werden sollte, musste ausfallen. Einen Stillstand gab es aber in Landwasser nicht; daher sollen die wichtigsten Themen, z. T. mit einem Ausblick auf das laufende Jahr, hier angesprochen werden.

Thema „Einkaufszentrum, alt und neu“

Beim Neujahrsempfang Anfang 2020 konnte ein Ausblick auf das Jahr gegeben werden, der sich überwiegend auf Bau- und Wohnungsthemen konzentrierte. Herr Baubürgermeister Prof. Dr. Martin Haag war der Hauptreferent. Das wichtigste Thema war selbstverständlich das neue „Zentrum Landwasser“ bzw. das alte EKZ und die Nahversorgung während der Bauzeit.

Inzwischen konnte die Bauträgergesellschaft Unmüssig im Verkaufs- und Werkstattgebäude der ehemaligen Firma Kannenberg und in modernen Containern ein neues Einkaufszentrum errichten, das die wesentlichen Bedürfnisse der Bevölkerung deckt und das längst, wie früher das alte EKZ, rege genutzt wird.

Am „Platz der Begegnung“ konnte der Wochenmarkt erfreulicherweise am bisherigen Standort unter den Platanen verbleiben und das Eiscafé Palma zog in das ehemalige Dialog-Café im evangelischen Gemeindezentrum um. Auch das Quartiersbüro fand für eine Übergangszeit in dieser Umgebung eine Bleibe, nämlich im HdB. Allerdings befindet es sich jetzt in einem nicht barrierefrei zugänglichen, kleinen Raum; denn trotz größter Bemühungen war es aus finanziellen Gründen leider nicht möglich, die nötigen Container auf dem Kannenberggelände zu mieten. Wir alle hoffen jedoch, dass der zur Nutzung durch das künftige Quartiersbüro geplante Anbau an das HdB nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Der Abriss unseres liebgewonnenen Einkaufszentrums ist seit Anfang November in vollem Gange. Gerade noch rechtzeitig bemühte sich eine Gruppe von Kunstfreunden darum, einige Graffitis zu retten. Vielleicht wird es möglich, ein paar alte Betonwände mit interessanten Gemälden in den Neubau zu integrieren.

Ruinen (natürlich im Hintergrund) und bekannte Persönlichkeiten (im Vordergrund)

Unsere Kunstwerke im bzw. am EKZ, nämlich der Frosch vor dem ehemaligen „TREFF“ sowie die drei Kugeln der „Raumklänge“ und das „Mooswaldwiibli“ im Wasserbecken werden während der Bauzeit eingelagert (siehe auch Beitrag „Kunstwerke gerettet“) .

Auch die handgefertigten Teile der Brunnenumrandung aus dem EKZ können eventuell in der künftigen Einkaufspassage oder auf dem Platz der Begegnung zu neuem Ansehen kommen.

Thema „Bauen“

Neben dem Abriss des maroden Einkaufszentrums und dem bevorstehenden Neubau für das „Zentrum Landwasser“ gab und gibt es auch weitere Bauprojekte in unserem Stadtteil.

Gebaut wurden zwei neue Kitas: Zum einen ein Anbau an die Kita der kath. St. Petrus Canisius-Gemeinde und zum anderen die städtische „Kita am Auwald“. Ende November wurden die Arbeiten an den Außenanlagen beendet und an beiden Seiten der städtischen Kita Tore angebracht, die hier hoffentlich erneuten Vandalismus verhindern.

Ein weiteres Bauprojekt ist das neue Wohngebiet in der Wirthstraße. Bis März läuft ein Wettbewerb mehrerer Architektenbüros für den Bau von ca. 100 Wohnungen, ein Wohnheim für Auszubildende und eine Sporthalle der Freien Christlichen Schule. Der jetzige Bolzplatz wird an die Elsässer Straße verlegt.

Das Projekt im Grenzgebiet von Lehen und Landwasser wird beim Stadtplanungsamt weiterhin nur als „Projektidee“ geführt, weil es offensichtlich keine Einfälle gibt, wie man Ersatz für die Garagen auf den Erbpachtgrundstücken und Raum für den zusätzlichen Verkehr schaffen kann. Die Prognose ist, dass alles bis zum Ende der Erbpachtlaufzeit (ca. 2065) unverändert bleibt.

Das Aufstocken von Bungalows, das die Stadt für die Wohnraumbeschaffung prüft, fand zumindest im Testbereich am Spechtweg kaum Interesse.

Thema „Wohnen“

Bei den Wohnhäusern saniert die Immobilienfirma Deutsche Invest Immobilien (d.i.i.) ihre Hochhäuser an der Auwaldstraße. Die Außenarbeiten sind fast beendet, aber innen werden sich die Arbeiten bei einigen Häusern noch etwas hinziehen. – Zum Jahreswechsel hat das neue MVGM-Team die Hausverwaltung übernommen und betreut inzwischen die 457 Wohneinheiten.

Die Vonovia ist seit einiger Zeit dabei, die Schäden der Brandstiftung in der Tiefgarage der Wirthstraße zu beseitigen. Aktueller Stand: siehe auch „INFO der Vonovia . . .“

Außerdem haben die Häuser 69 – 75 in der Auwaldstraße einen neuen Anstrich bekommen. Andere Gebäude sollen folgen.


Momentaufnahme von den Malerarbeiten in der Auwaldstraße in Freiburg aus dem November – mittlerweile sind die Arbeiten abgeschlossen.

Die Baugenossenschaft „Familienheim“ hat ebenfalls verschiedene Verschönerungen an ihren Gebäuden und Kfz-Parkanlagen vorgenommen, ebenso wie die WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) in der Auwaldstraße 32 – 84.

Erwähnt werden muss noch die Grundwassersituation vieler Ein- und Zweifamilienhäuser an Bussard- und Habichtweg. In den meisten Fällen mussten teure Abdichtungen auf eigene Kosten durchgeführt werden, aber spätere Gebäudeschäden durch steigendes Grundwasser können nicht ausgeschlossen werden. Nach mehreren früheren Gutachten und Lösungsversuchen wurde Anfang 2020 auf Betreiben der diesbezüglichen Interessengemeinschaft ein sog. „Grundwassermodell“ erstellt. Leider wird eine als machbar eingestufte Lösung wegen sehr hoher Investitionen sowie rechtlicher und umwelttechnischer Probleme kaum umsetzbar sein, so dass die betroffenen „Häuslebauer“ auch weiterhin auf sich selbst gestellt bleiben. – Die Erbpachtsituation wird in Heft 487 der „Landwasser-Nachrichten“ auf Seite 3 unter „Landwasser aktuell“ angesprochen.

Abschließend möchten wir feststellen, dass Landwasser insgesamt schöner geworden ist.

Zum Erhalt unseres lebens- und liebenswerten Stadtteils müssen wir aber alle auch selbst beitragen durch Sauberkeit auf Straßen, Wegen und Plätzen sowie in unserem Naherholungsgebiet am Moosweiher.

Freiburg-Landwasser, im Dezember 2020

Text (geringfügig abgewandelt): Dieter Dormeier

Fotos: K. Polkowski, M. Schwerer

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