Waldführung hat stattgefunden

Waldführung mit Förster Krämer

Der Bürgerverein Landwasser hatte schon in der letzten Ausgabe der Landwasser Nachrichten zur Waldführung mit Förster Krämer eingeladen.

An diesem Tag regnete es wieder heftig; aber rechtzeitig zur Waldführung ließ der Regen nach. Und das hat man gut gesehen: der nasse Frühling und der regnerische Frühsommer tut dem Wald so richtig gut.

Förster Krämer brachte die interessierte Runde kurzweilig auf den aktuellen Stand des Mooswaldes. Herrschte einmal die Esche mit über 40% Anteil vor, so seien nach dem letzten großen Einschlag nur noch ca. 7-8% Eschen vorhanden. Trotz intensiver Forschung wurde bisher kein Mittel gegen den Pilz, der das Triebsterben in den Baumkronen auslöst, gefunden. So geht er davon aus, dass keine Esche überleben wird.

Wirklich sehr schade! Denn wie auf den beiden Fotos zu sehen ist, ist eine uralte Esche so stark befallen worden, dass kaum noch Wurzelwerk vorhanden war. Sie fiel einfach um. Dazu braucht es keinen Sturm. Es war eine Esche, die geschätzt zwischen 100 und 130 Jahre alt geworden war.

Förster Krämer führte die Gruppe auch zu einer Waldfläche, die ziemlich platt gemacht werden musste. Auf dem Areal, das hier auf dem Foto zu sehen ist, wurden nach dem erforderlichen Kahlschlag 150 junge Bäume gepflanzt. Es ist eine bunte Mischung: Feldahorn, Flatterulme, Spitzahorn. Und dazwischen entwickeln sich auch noch andere Büsche, zum Beispiel Holundersträucher, aber auch junge Eschen, bei denen er zweifelt, ob sie überleben werden.

Für die Vogelfreunde ist wichtig zu wissen, dass in den alten großen Bäumen die Höhlenbrüter nisten, jedoch in dem Niederwald die Heckenbrüter ihre Heimstatt finden, zum Beispiel Heckenbraunelle, Zaunkönig.

In der Nähe zum Humbergweg von Lehen zeigte uns Förster Krämer noch einen Baumbestand, in dem die hohen Bäume um die Vorherrschaft am Licht kämpfen. Da werden die Forstarbeiter im Herbst einige Bäume herausnehmen, damit sich die anderen weiter entwickeln können, vor allem eine schöne, volle Baumkrone.

Das wollte er uns vermitteln, um deutlich zu machen, dass sie den Wald pflegen, auch wenn sie im Herbst wieder fürchterlich „zuschlagen“ müssen.

Ich kann mich nur bedanken für die vielen neuen Einblicke in unseren Mooswald und freue mich schon auf die nächste Waldführung.

Text und Fotos: Folkmar Biniarz

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