Wissenswertes über Eichhörnchen

Das Eichhörnchen

„Der Teufel ist ein Eichhörnchen“ – diese Redewendung haben Sie sicher auch schon mal gehört. Aber wo kommt sie her, wo doch diese Tierchen so putzig sind? Doch dazu komme ich später….

Die possierlichen Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) sind auf unserer Beliebtheitsskala ganz oben. Sind sie doch so süß mit ihren Knopfaugen, dem puscheligen Schwanz und den kleinen Pfötchen, mit denen sie die Nüsse festhalten zum knabbern. Da sieht man auch mal darüber hinweg, dass sie auch gerne Nester plündern und sich von Eiern und Jungvögeln ernähren. Es gibt sie bei uns in roter bis schwarzer Fellfarbe, wobei das schwarze Fell länger und dichter ist. Daher kommen die dunklen Tiere vermehrt in höheren, kühleren Lagen vor.

Die kleinen Ordnungsfanatiker verbuddeln die Nüsse für den Winter nicht alle in einem Loch – nein, mitnichten! Es wird alles fein säuberlich nach Nusssorte sortiert und getrennt für den Winter im Erdreich eingegraben. Eichhörnchen sind nämlich keine Winterschläfer, sie kommen täglich kurz aus ihrem Kobel (Nest in Baumhöhlen) und holen sich einen Snack. Die meisten ihrer Verstecke finden sie erstaunlicherweise wieder. Die, die sie nicht finden, sorgen für Renaturierung und Aufforstung – somit sorgen Eichhörnchen quasi für ihren eigenen Mischwald. Auf dem Speiseplan stehen nicht nur Nüsse, sondern auch Bucheckern, Samen und Beeren verschiedenster Bäume und Büsche. Kurioserweise hängen sie gerne Pilze in Astgabeln zum trocknen auf. Auch diese werden dann im Winter verzehrt, wenn der Magen brummt.
In den Kobeln ziehen sie ihre Jungen auf, meist mehrere Würfe im Jahr. Von den Jungen überleben allerdings nur wenige das erste Jahr. Ihr größter Feind ist der Baummarder.

Eichhörnchen sind unglaublich geschickte Kletterer, behilflich ist ihnen dabei der lange Schwanz. Er dient zur Balance und als Steuerruder beim Klettern und Springen in den Bäumen. Im Internet fand ich mehrfach den Satz „Eichhörnchen fallen grundsätzlich nicht von Bäumen….“. Da musste ich dann lachen, denn mir ist schon mehr wie einmal eines vor die Füße geplumpst und das sah alles andere als galant und geschickt aus. Einmal hörte ich es im Baumwipfel laut knacken und krachen, hörte dann immer wieder ein dumpfes Aufprallgeräusch in den Astgabelungen und da schlug es vor mir im Dickicht auf, das Eichhörnchen. Erschrocken starrte ich es an, erschrocken starrte es zurück. Es verschwand dann nach einigen Sekunden fast verschämt im Gebüsch.

Nun, die Geschicklichkeit, Schnelligkeit und ihr Können, kopfüber Bäume herunterklettern zu können, waren der Ursprung für die eingangs erwähnte Redewendung. Im christlichen Mittelalter waren die Menschen sehr abergläubisch und ein Tier, das verschwand und an anderer Stelle wieder auftauchte, das kopfüber abwärts klettern konnte, von roter Fellfarbe war, war „mit dem Teufel im Bunde“. Das vermeintlich possierliche Tierchen sollte nur den armen Sünder täuschen. Daher meint man auch heute noch mit „Der Teufel ist ein Eichhörnchen“: „das kann sich schnell ändern“, oder „da kannst du dich täuschen“.
In der Nordischen Mythologie ging man gar so weit, das Eichhörnchen dem säen von Zwietracht zu bezichtigen. Man gab ihm den Namen „Ratatosk“ (auch „Ratatöskr“), also Rattenzahn.

Wer hätte das gedacht, nicht wahr? Aber – der Teufel ist ein Eichhörnchen!

Text und Foto: Stefanie Pietsch

Quellen: www.swr.de/wissen / Deutsche Wildtier Stiftung | Eichhörnchen / Porträt Eichhörnchen – NABU

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